Die Stadt Mirow bildet das Herz der Mecklenburgischen Kleinseenplatte. Unzählige Seen, die Nähe zum Müritz-Nationalpark und die direkte Wasserstraßenverbindung zur Müritz sowie über die Havelwasserstraße zu den Berliner Gewässern prägen den Standort. Südlich an die Schlossinsel angrenzend und selbst an zwei Seiten vom Wasser umgeben, liegt der Komplex des „Unteren Schlosses“. Das Schloss wurde vermutlich um 1735 erbaut und diente dem nicht regierenden Mecklenburgischen Herzog Karl als Wohnsitz. Hier wurde unter anderem die spätere englische Königin Charlotte geboren.
Das zweigeschossige Gebäude ist bis heute ein stattlicher Bau mit 15 Fensterachsen und prägt das Stadtbild der kleinen Stadt. Abgesehen vom Dach wurde das barocke Äußere des Schlosses kaum verändert. Im Inneren erfuhr das Gebäude erstmals 1766 und danach mehrfach im Laufe der Jahrhunderte Anpassungen. Die letzten Umbauten zur Nutzung als Schule prägen den heutigen Grundriss. Das Haus ist teilunterkellert, und das Dach wurde teilweise ausgebaut. Alle Ver- und Entsorgungsleitungen sind vorhanden.
Vermutlich ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert stammt das eingeschossige Fachwerk-Nebengebäude (Rotdornhaus). Das aus mächtigen Eichenholzbalken errichtete Gebäude könnte ursprünglich ein Nebenflügel des Schlosses gewesen sein. Es ist heute vollständig entkernt, befindet sich jedoch in einem schlechten Zustand. Das Hofgebäude, das einst die Grundschule beherbergte, wurde um 1920 errichtet und ist ebenfalls teilunterkellert. Teile des Dachgeschosses wurden ausgebaut. Das ehemalige Feuerwehrgebäude besteht aus zwei Bauteilen: Der ältere Teil mit dem imposanten Schlauchturm wurde 1926 erbaut, der größere Garagenraum folgte 1950.
Das parkähnliche Grundstück mit dem großzügigen Innenhof grenzt im Norden an den Wasserwanderrastplatz und im Westen an den Anleger der Weißen Flotte. Eine dauerhafte Nutzung dieser Wasseranbindung für das Schlossensemble ist durchaus möglich. Die südliche Grenze bildet eine Straßenfront, die von einem abrissreifen ehemaligen Hausmeisterhaus gesäumt wird. Aufgrund seines authentischen historischen Hintergrunds, seiner günstigen Lage und der kurzen Wege zu den Höhepunkten der Mecklenburgischen Seenplatte eignet sich das Ensemble hervorragend für eine touristische Nutzung.
Die Stadt Mirow hat vom Bundesministerium für Kultur und Medien eine Zusage über eine signifikante Fördersumme zur Sanierung des Ensembles erhalten. Nun sucht die Stadt einen ideenreichen Co-Investor, der gemeinsam mit ihr das Ensemble „Unteres Schloss“ weiterentwickeln möchte.