Herrschaftliche Adressen für neue Adressaten
Der Begriff Château
leitet sich vom lateinischen „castellum" (kleine Festung) ab. Im Unterschied zum Château médiéval steht das klassische französische Château für herrschaftliches Wohnen ohne Wehrfunktion. Den dichtesten Bestand zeigt das Tal der Loire mit rund 300 Schlössern. Unter der Bezeichnung werden häufig auch ländliche Gutshöfe (Domaine), Herrenhäuser (Manoir) und repräsentative Wohnhäuser geführt.
Als Sonderform gilt das städtische Hôtel Particulier: ein Stadthaus, ursprünglich bewohnt von Adel, hohen Beamten oder wohlhabendem Bürgertum. Der Begriff verbindet „hôtel" (Herrenhaus, Wohnsitz) mit particulier
(privat). Die Häuser entstanden vom 16. bis ins 19. Jahrhundert in den Innenstadtlagen französischer Städte, liegen von der Straße zurückversetzt, werden durch ein Tor betreten und sind um einen oder mehrere Innenhöfe organisiert.
Die Stilepochen sind ablesbar: Renaissance mit Pilastern und rustizierten Sockelgeschossen, Barock mit Skulpturenschmuck an den Fassaden, Rokoko mit vergoldeten Ornamenten, Klassizismus mit reduzierten Formen. Viele verfügen trotz innerstädtischer Lage über private Gärten. Zugängliche Beispiele in Paris sind das Hôtel de Sully (Louis XIII) und das Musée Carnavalet, beide im Marais.