Das Palais in Luberadz nördlich von Warschau geht auf einen Entwurf des Architekten Hilary Szpilowski zurück. Es wurde 1789 auf einem halbkreisförmigen Grundriss für Józef Dembowski (1761–1831) errichtet und ist ein regional bekanntes Beispiel einer Adelsresidenz in Masowien, das in der polnischen Fachliteratur häufig in verschiedenen Kontexten referenziert wird.
Józef Dembowski war Generalinspekteur der königlichen Kavallerie sowie Page am Hof von König Stanisław August. Der Bau des Palastes in Luberadz gilt als Ausdruck seines hohen Ansehens innerhalb der polnischen Aristokratie. Während des polnischen Freiheitskampfes gegen Russland und Preußen (powstanie kościuszkowskie) führte er die Kavallerie und übernahm 1792 das Amt eines zivil-militärischen Kommissars in der Region Zawkrze.
Das Gebäude befindet sich derzeit im Rohbauzustand und bietet eine gesicherte Grundlage für die Vollsanierung. Bisher wurden die Räume entkernt, alte Holzbalkendecken durch Betondecken ersetzt, zehn Fenster denkmalgerecht erneuert sowie das Dach instand gesetzt und konserviert. Ein Stromanschluss und eine eigene Wasserversorgung über einen Brunnen sind vorhanden. Das Gebäude ist durch eine Alarmanlage gesichert.
RAUMAUFTEILUNG
Die Eingangshalle führt in ein Raumgefüge aus mehreren Salons sowie ein Speisezimmer mit Fresken, die Ansichten der Warschauer Łazienki-Parkanlage sowie ein Denkmal von König Johann III. Sobieski zeigen. Die Fresken sind nur noch in Ansätzen erhalten und sollten durch Restauratoren konserviert werden.
Im Obergeschoss befanden sich die repräsentativen Wohnräume, darunter ein großer Speisesaal sowie ein Ballsaal mit halbkreisförmigen Stuckmarmorsäulen. Der Ballsaal wurde teilweise restauriert, dabei wurden die Wandmalereien überarbeitet und die Fenster erneuert.
BAUKÖRPER
Der Baukörper setzt sich aus zwei rechteckigen Flügeln zusammen, die in einem stumpfen Winkel zueinander stehen. Die zentrale Mittelpartie mit drei Fensterachsen wird von einem ionischen Portikus mit vier Säulen geprägt. Die Gartenseite zeigt eine bewusst asymmetrische Gestaltung: ein Portikus mit Balkon und eine Loggia in der Gebäudeecke durchbrechen die klassizistische Regelmäßigkeit. Westlich des Gebäudes erstreckt sich der Park; im Norden und Osten grenzt ein Naturschutzgebiet mit einem Bachlauf an.
LAGE
60 Kilometer in nördlicher Richtung von Warschau, Gemeinde Luberadz. Das Schloss ist von der Straße nicht einsehbar, es gibt keine störende oder fremde Bebauung auf dem Grundstück.
Nach einer Restaurierung mit einem nachhaltigen Nutzungskonzept könnte das Palais in Luberadz die Kulturlandschaft der Region bereichern.