Das massive Barockschloss wurde um 1724 auf einem geschichtsträchtigen Areal errichtet, dessen Nutzung als Rittergut bis in das 13. Jahrhundert zurückreicht. Ein im Fels gehauener Keller mit altem Brunnen und Gangsystemen belegt die frühe Besiedlung. Die Architektur wird durch 90 cm starke Außenmauern und ein original erhaltenes Mansardendach geprägt, das zu den frühesten Beispielen dieser Bauform in der Oberlausitz zählt. Ein Säulenportikus mit integrierter Turmuhr (Werk von Georg Richter, Berlin um 1920) bildet das Zentrum der Süd-West-Fassade. Die Uhr verfügt über einen Viertelstundenschlag und wird wöchentlich gewartet.
Innenraum und Erschließung
Die Raumdisposition ist großzügig angelegt: Zentral im Erdgeschoß und im ersten Obergeschoß befindet sich jeweils eine weite Halle. Diese sind über eine repräsentative, ab dem Zwischenpodest zweiläufige Treppe miteinander verbunden. Ergänzt wird die Erschließung durch ein zweites Treppenhaus (ehemalige Gesindetreppe) mit separatem Seiteneingang, was eine getrennte Nutzung der Stockwerke ermöglicht.
Während im Erdgeschoß ein Salon mit barocker Stuckdecke hervorzuheben ist, weisen die Räume im Obergeschoß gut erhaltene historische Dielenböden auf. Diese waren über Jahrzehnte durch Beläge geschützt. Im Gegensatz dazu erfordert das Erdgeschoß eine grundlegende Erneuerung der Fußböden (aktuell Estrich, Fliesen oder schadhaftes Parkett).
Technik und Nebenanlagen
Die Beheizung erfolgt über eine Ölzentralheizung, wobei ein Gasanschluss bereits am Grundstück anliegt. Zum Anwesen gehört ein ca. 5.000 m² großes Außenareal, bestehend aus Grünland und einer Streuobstwiese am Ortsrand.
Ein separates Nebengebäude (ehemalige Stallungen, ca. 230 m²) bietet zusätzliche Nutzfläche. Es zeichnet sich durch eine Gewölbedecke auf Granitsäulen und einen großzügigen Speicher aus. An diesem Gebäude wurden bereits statische Sicherungsmaßnahmen am Dach sowie Instandsetzungen am Gebälk und der Dielung durchgeführt.
Infrastruktur und Lage
Das Objekt liegt im Oberlausitzer Bergland, 8 km von Löbau und 17 km von Zittau entfernt. Die benachbarte Stadt Herrnhut ist als Ursprungsort der Herrnhuter Sterne bekannt und strebt den Titel als UNESCO-Weltkulturerbe an.
Die lokale Infrastruktur umfasst Supermärkte, Ärzte und Apotheken sowie Bildungseinrichtungen (Grundschule im Ort, Gymnasium-Neubau 2019 in Herrnhut). Die verkehrstechnische Anbindung erfolgt über Bundesstraßen zur A4; der Flughafen Dresden ist in ca. 60 Minuten erreichbar.
Nutzungszustand
Infolge der Nutzung als Kindergarten bis zum Jahr 2002 wurden bereits Teilsanierungen vorgenommen. Ausbauzustand und gesamte Haustechnik sind nicht mehr zeitgemäß, daher besteht umfangreicher Investitionsbedarf, um das Schloss nutzbar und bewohnbar zu machen.