Herrschaftliche Adressen für neue Adressaten
Stresa am Westufer des Lago Maggiore wurde erstmals 998 n. Chr. erwähnt und entwickelte sich zunächst als kleines Fischerdorf mit isolierter Lage und geringer Bevölkerungszahl.
Ab dem 17. Jahrhundert begann unter dem Einfluss der Familie Borromeo die landschaftliche und architektonische Umgestaltung der Region. Mit dem Ausbau der Isola Bella zum repräsentativen Inselpalast ab 1632 entstand eines der bedeutendsten barocken Ensembles Norditaliens. Gemeinsam mit der Isola Madre und der Isola dei Pescatori prägen die Borromäischen Inseln bis heute das Bild des Sees.

Mit dem Bau herrschaftlicher Villen im 18. Jahrhundert veränderte sich die Funktion des Ortes grundlegend. Um 1770 entstand die heute als Villa Ducale bekannte Villa Bolongaro für den Kaufmann Giacomo Filippo Bolongaro. Sie markiert den Beginn der villenartigen Bebauung am Lago Maggiore.
In der Folge entwickelte sich die Region zu einem Standort für repräsentative Landsitze, darunter auch die Villa Pallavicino, die später zu einem der bekanntesten Anwesen der Umgebung wurde.
Mit der Eröffnung des Simplontunnels im Jahr 1906 gewann der Lago Maggiore deutlich an internationaler Bedeutung. Der Ort wurde Ziel eines gehobenen Tourismus, der durch Grand Hotels, kulturelle Veranstaltungen und eine ausgeprägte Sommergesellschaft geprägt war.
Im frühen 20. Jahrhundert fanden in Stresa zudem erste Schönheitswettbewerbe statt, darunter frühe Ausgaben der späteren „Miss Italia“-Wettbewerbe.
Heute zählt Stresa zu den wichtigsten Tourismusorten am Lago Maggiore. Zu den etablierten Veranstaltungen gehören die seit den 1960er Jahren stattfindenden „Settimane Musicali di Stresa e del Lago Maggiore“ sowie die Midsummer Jazz Concerts.
Weitere kulturelle Formate sind der Literaturpreis „Premio Stresa“ sowie das Festival „Stresa, un aperitivo con…“. Ergänzend finden in der Region von Juli bis September zahlreiche lokale Veranstaltungen statt.
Historische Villen am Lago Maggiore werden heute überwiegend multifunktional genutzt:
Die Region bietet ein breites Spektrum an Wasser- und Outdoorsportarten. Ergänzt wird das Angebot durch mehrere Golfplätze, darunter den Golf des Iles Borromées.
Der nahegelegene Monte Mottarone ist ein ganzjähriges Ziel für Outdoor-Aktivitäten wie Skifahren, Wandern, Mountainbiken und Gleitschirmfliegen.