Herrschaftliche Adressen für neue Adressaten
Galizien im äußersten Nordwesten Spaniens gilt als historisch und kulturell eigenständige Region mit starker regionaler Identität. Mit Santiago de Compostela befindet sich hier eines der wichtigsten Pilgerziele Europas. Der Überlieferung nach geht die Entstehung der Stadt auf den Fund des Grabes des Apostels Jakobus zurück. Heute ist Santiago Ankunftsort des Jakobswegs, religiöses Zentrum und UNESCO-Welterbe. Galizisch ist neben Spanisch Amtssprache und im Alltag fest verankert.
Die Küstenlinie ist durch schroffe Felsen, Buchten und die stark gegliederten Rías Baixas
geprägt, die als Mündungsgebiete der Flüsse in den Atlantik hineinreichen. Im Landesinneren wechseln sich bewaldete Hügel und Flusstäler ab.
Die Kombination aus Wasserreichtum und fruchtbaren Böden hat früh eine intensive landwirtschaftliche Nutzung begünstigt. Fischerdörfer, Weinbaugebiete und landwirtschaftliche Anwesen gehören zu den traditionellen Siedlungsformen. Besonders bekannt ist der Albariño, ein Weißwein aus den Küstenregionen.
Architektonisch sind vor allem die Pazos und Casonas von Bedeutung. Diese meist aus Granit errichteten Landhäuser entstanden überwiegend im Kontext lokaler Grundherrschaften und sind in vielen Regionen bis heute erhalten.