Galicien ist durch den Jakobsweg, dessen Pilgerrouten bis zur Kathedrale von Santiago de Compostela führen, einem breiten Publikum bekannt. In der europäischen Immobilienlandschaft nimmt die Region dennoch eine Sonderstellung ein, denn der spanische Immobilienmarkt konzentriert sich nach wie vor stark auf die südlichen Küstenregionen und die Balearischen Inseln. Abseits der etablierten Zentren hat ein allmählicher Wandel begonnen: Langsamer und selektiver als etwa an der Algarve oder an der Costa del Sol gewinnt Spaniens Nordwesten mit seinen wilden Buchten, atlantischen Flussmündungen, ruhigen Tälern, historischen Häusern in unterschiedlichen Preissegmenten und einer eigenständigen regionalen Identität an Bedeutung.
Caroline Harris kennt Galicien seit vielen Jahren und hat diese Entwicklung aus nächster Nähe verfolgt. 2000 zog sie mit ihren vier Kindern von London nach Spanien. Von Katalonien ging es nach Galicien, wo sie bis heute lebt. Aus ihren eigenen Erfahrungen auf dem spanischen Immobilienmarkt und der Begleitung von Menschen, die nach Spanien zogen, entstand Galicia & Green Spain Property & Relocation Services. Im Interview berichtet sie über die Region, Käuferprofile, Herausforderungen und ihre Einschätzung zur Entwicklung des galicischen Immobilienmarktes in den kommenden Jahren.

- Von London nach Spanien: Ein Sprung ins Ungewisse
- Bürokratie und Sprachbarrieren
- Von Katalonien nach Galicien
- Die Gründung von Galicia & Green Spain Property
- Käufer aus dem Ausland und ihre Gewohnheiten
- Abseits des Jakobswegs
- Pazos: Regionaltypische Herrenhäuser erklärt
- Denkmalschutz und die Realität von Sanierungen
- Bezahlbare Steinhäuser und Tipps zur Bausubstanz
- Galicien im Vergleich zu Portugal
- Marktdynamik und Ausblick auf die nächsten 10 Jahre
- Tipps für Käufer

1. Frau Harris, vier kleine Kinder, keine Spanischkenntnisse, kein konkreter Plan: Was hat Sie 2000 mit diesem Gepäck
von London nach Spanien verschlagen?
Ich wollte, dass meine Kinder freier, sicherer und gesünder aufwachsen. Da ich spanische Wurzeln habe, kannte ich die Familienfreundlichkeit des Landes bereits. Kinder sind hier willkommen und ganz selbstverständlich Teil des täglichen Lebens.
Die Menschen sind offen und der Lebensrhythmus ist ein anderer. Das Leben konzentriert sich nicht nur auf das Wochenende oder den Urlaub, sondern wird stärker im Alltag gelebt. Rückblickend war der Umzug ohne Sprachkenntnisse natürlich eine große Herausforderung, aber ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass Spanien der richtige Ort für meine Familie ist.
2. Wie haben Sie die ersten Monate gemeistert? Gab es Momente, in denen Sie an der Entscheidung gezweifelt haben?
Die ersten Monate waren definitiv herausfordernd, vor allem wegen der Sprache. Ohne fließendes Spanisch den Alltag zu organisieren und sich durch die spanische Bürokratie zu bewegen, war nicht einfach.
Hinzu kamen praktische Hürden bei der Arbeitssuche. Ich musste feststellen, dass Qualifikationen in Spanien häufig erst offiziell anerkannt werden müssen und nicht immer den lokalen Anforderungen entsprechen. Bei vielen Positionen spielten formale Abschlüsse eine größere Rolle als Berufserfahrung oder Referenzen, was die Möglichkeiten zunächst einschränkte.
Auch die Schule war eine Umstellung. In der Region, in der wir zunächst lebten, war Katalanisch die Unterrichtssprache. Für die Kinder bedeutete das eine zusätzliche sprachliche Herausforderung.
Aufgrund dieser Ausgangslage waren meine beruflichen Möglichkeiten zunächst begrenzt. Wie viele englische Muttersprachler begann ich damit, Englisch zu unterrichten, während ich mein Spanisch verbesserte und mich beruflich neu orientierte.
Natürlich gab es Momente, in denen ich mich fragte, ob ich die Herausforderungen eines Neuanfangs unterschätzt hatte. Aber ich habe die Entscheidung nie grundsätzlich bereut. Ich war immer überzeugt von der Lebensqualität und den Möglichkeiten, die Spanien meinen Kindern bieten konnte.
3. Bevor Sie Spaniens Norden entdeckten, waren Sie zunächst in Katalonien. Was war der Auslöser, Galicien zu Ihrer dauerhaften Heimat zu machen?
Zunächst entschied ich mich vor allem wegen des Klimas für Katalonien. Das wärmere Wetter war mit kleinen Kindern ideal für ein Leben mit viel Zeit im Freien. Da ich aus einer Großstadt wie London kam, reizte mich auch die Nähe zu einer Metropole. Barcelona vor der Tür zu haben, schien damals die richtige Entscheidung für meine Familie und meine Zukunft zu sein.
Mit der Zeit merkte ich jedoch, dass die Region langfristig nicht ganz zu uns passte. Die politische Diskussion wurde im Alltag zunehmend präsenter, und als spanischsprachige Familie fühlten wir uns nicht immer vollständig zugehörig. Hinzu kam der wachsende Sommertourismus, durch den sich die Region in der Hochsaison deutlich veränderte.
Am Ende waren es meine Kinder, die die Entscheidung mitprägten. Nach einem längeren Sommerurlaub in Galicien wollten sie einfach nicht mehr nach Castelldefels zurück.
Galicien fühlte sich völlig anders an. Die Menschen waren unglaublich gastfreundlich und offen, das Leben wirkte ursprünglicher und die Umgebung blieb auch im Sommer ruhig. Uns wurde schnell klar, dass Galicien genau die Lebensqualität bot, nach der wir ursprünglich in Spanien gesucht hatten. Damit war die Entscheidung gefallen.

4. Wie führte Ihre persönliche Erfahrung zur Gründung von Galicia & Green Spain Property? Was hat Ihnen damals bei der eigenen Immobiliensuche gefehlt?
Die eigenen Erfahrungen beim Immobilienkauf in Spanien waren der Ausgangspunkt für die Gründung. Als ich den Prozess zum ersten Mal selbst durchlief, war vieles unklar. Ich verstand die Abläufe, Verträge und die verschiedenen Schritte des Kaufs noch nicht vollständig.
Es war eine anspruchsvolle Zeit, weil man auf Banken, Makler und andere Beteiligte angewiesen ist. Erst später wurde mir bewusst, dass nicht immer alle die Interessen des Käufers im Mittelpunkt sehen. Besonders ohne ausreichende Orts- und Sprachkenntnisse ist es schwierig einzuschätzen, wer wirklich unabhängig berät.
Als mein Spanisch besser wurde, begann ich mich ehrenamtlich bei der Organisation Age in Spain
zu engagieren. Ich unterstützte Zugewanderte bei ähnlichen Herausforderungen, die ich selbst erlebt hatte: Bürokratie, Behördengänge, Papierkram sowie Fragen rund um Miete und Immobilienkauf. Das war eine steile Lernkurve und gleichzeitig eine sehr wertvolle Erfahrung.
Später übernahm ich die bezahlte Koordination für Nordspanien bei derselben Hilfsorganisation. Durch den Brexit kam es jedoch zu deutlichen Kürzungen. Da im Norden vergleichsweise wenige Ausländer lebten, wurde die Stelle dort als eine der ersten gestrichen.
Die Nachfrage nach Unterstützung blieb jedoch bestehen. In diesem Moment wurde mir klar, wie groß der Bedarf an verlässlicher Begleitung für Menschen ist, die nach Spanien ziehen oder hier Eigentum erwerben möchten. So entstand Galicia & Green Spain Property.
Das Ziel war klar: genau die Beratung, Transparenz und Orientierung zu bieten, die mir selbst bei meiner Ankunft gefehlt hatten.
5. Zu Ihrem Team gehören u. a. Mitarbeiterinnen aus Deutschland und Tschechien. Wie setzt sich Ihre Kundschaft zusammen und worin unterscheiden sich die verschiedenen Nationalitäten bei der Immobiliensuche?
Ich arbeite mit einem kleinen mehrsprachigen Team zusammen. Annika aus Deutschland verantwortet vor allem Administration, Website und Marketing. Lucie aus Tschechien bringt langjährige Erfahrung aus der Immobilienbranche mit und begleitet unsere Kundschaft während des gesamten Kaufprozesses. So können wir Interessenten in mehreren Sprachen persönlich betreuen.
Unsere Kundschaft kommt heute aus Großbritannien, Deutschland, den Niederlanden, Belgien, den USA und zunehmend auch aus weiteren europäischen Ländern. Obwohl viele aus ähnlichen Gründen nach Nordspanien ziehen möchten, unterscheiden sich ihre Erwartungen und ihr Entscheidungsprozess durchaus.
Käufer aus Nordeuropa bereiten sich meist sehr gründlich vor und legen großen Wert auf Informationen und Planung. Britische Käufer beschäftigen sich oft besonders intensiv mit dem Lebensstil und der Integration vor Ort. Viele unserer Kunden aus den USA entdecken Nordspanien dagegen erst seit wenigen Jahren und interessieren sich vor allem für die Landschaft, das Klima und die vergleichsweise ruhige Lebensweise.
Was viele verbindet, ist die Suche nach einer Region, die ihren ursprünglichen Charakter bewahrt hat. Sie schätzen die Landschaft, die historischen Orte und die Möglichkeit, abseits der großen Tourismuszentren zu leben.
6. Viele kennen Galicien vor allem durch den Jakobsweg. Was übersehen Interessierte abseits der Pilgerrouten?
Abseits der bekannten Pilgerrouten zeigt sich vor allem eine eigenständige Lebenskultur. Der Alltag verläuft ruhiger und ist stark von Familie, Gemeinschaft und dem Leben im Freien geprägt. Die Galicier wirken anfangs oft eher zurückhaltend. Wer sie kennenlernt, erlebt jedoch eine große Offenheit und Hilfsbereitschaft.
Oft unterschätzt wird auch die landschaftliche Vielfalt. Auf vergleichsweise kleiner Fläche wechseln sich Steilküsten, Sandstrände, bewaldete Hügel, Flusstäler, Weinbaugebiete und Bergregionen ab. Diese Vielfalt prägt Galicien ebenso wie seine zahlreichen historischen Dörfer und Kleinstädte.
Hinzu kommt eine ausgeprägte regionale Esskultur. Meeresfrüchte, Fisch, Fleisch, Käse und saisonale Erzeugnisse aus der Region bestimmen die Küche, die von hochwertigen Produkten und traditionellen Rezepten lebt.
Viele Besucher verbinden Galicien zunächst ausschließlich mit dem Jakobsweg. Vor Ort entdecken sie jedoch eine Region, in der historische Ortsbilder, gelebte Traditionen und eine vergleichsweise geringe touristische Prägung bis heute den Alltag bestimmen.


7. Galicien besitzt regionaltypische Immobilien wie die Pazos. Was zeichnet sie aus, wer kauft sie heute und wie werden sie genutzt?
Ein Pazo ist ein traditionelles galicisches Herrenhaus. Die meisten entstanden zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert als Wohnsitze adliger oder wohlhabender Familien. Von hier aus wurden die umliegenden Ländereien verwaltet und bewirtschaftet.
Typisch sind eine Bauweise mit lokalem Granitstein sowie große Grundstücke mit angelegten Gärten, Wald- oder Landwirtschaftsflächen. Äußere Erkennungsmerkmale sind steinerne Familienwappen an Fassaden oder Eingangsportalen sowie ein oder mehrere Hórreos, die traditionellen galicischen Getreidespeicher auf Pfeilern. Auch Kamelliengärten sind häufig anzutreffen, da diese Pflanzen in Galicien eine lange Tradition haben. Im Inneren befinden sich, wie bei europäischen Herrenhäusern üblich, repräsentative Empfangsräume und meist eine in das Gebäude integrierte oder separat errichtete Kapelle.
Viele befinden sich bis heute im Besitz derselben Familien und werden als privater Wohnsitz genutzt. Wenn ein Eigentümer sich für einen Verkauf entscheidet, interessieren sich vor allem Käufer, die eine Nutzung als Boutique-Hotel, Veranstaltungsort oder Retreat verfolgen. Größe, Gebäudeensemble und Grundstücke bieten dafür häufig geeignete Voraussetzungen.
Wer einen Pazo übernimmt, trägt in der Regel auch Verantwortung für den Erhalt galicischer Bau- und Kulturgeschichte. Viele Pazos besitzen den BIC-Status (Bien de Interés Cultural) und unterliegen damit besonderen denkmalrechtlichen Anforderungen.

8. Historische Immobilien bringen oft Herausforderungen mit sich. Wie bewerten Sie die Rahmenbedingungen in Galicien – sehen Sie hier eher Hürden oder gibt es funktionierende Unterstützung?
Ist ein Gebäude als Bien de Interés Cultural (BIC) eingestuft, müssen prägende architektonische und historische Elemente bei einer Restaurierung erhalten bleiben. Das betrifft beispielsweise Fassaden, Natursteinmauerwerk, tragende Bauteile oder historische Gartenanlagen.
Für Käufer, die mit den spanischen Genehmigungs- und Denkmalschutzverfahren nicht vertraut sind, wirkt das zunächst oft kompliziert. Je nach Projekt sind zusätzliche Genehmigungen, Fachgutachten und die Abstimmung mit den zuständigen Behörden erforderlich.
Genau diese Vorgaben sorgen jedoch dafür, dass Galicien sein historisches Gesicht bis heute bewahrt. Mit erfahrenen Architekten, Denkmalschutzexperten und Anwälten an der Seite, die die regionalen Abläufe kennen und den gesamten Prozess begleiten, wird daraus jedoch keine endlose Bürokratie, sondern ein planbarer Bestandteil einer sorgfältigen Restaurierung.
Je nach Vorhaben kommen außerdem regionale oder kommunale Förderprogramme infrage, insbesondere wenn der Erhalt historischer Bausubstanz oder die wirtschaftliche Entwicklung ländlicher Regionen im Mittelpunkt stehen.

9. Pazos sprechen als große und kostenintensive Immobilien einen ausgewählten Käuferkreis an. Die meisten Interessenten suchen hingegen ein kleineres, authentisches Steinhaus. Wo findet man derzeit das beste Preis-Leistungs-Verhältnis und worauf sollte man bei der Bausubstanz besonders achten?
Ein besonders gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten derzeit ländliche Regionen in den Provinzen Lugo und Ourense. Durch den demografischen Wandel werden dort viele traditionelle Steinhäuser verkauft, die sich für eine Sanierung eignen. Interessant sind auch kleinere Dörfer im Hinterland der Rías Baixas oder an der Costa da Morte. Dort finden sich häufig noch Häuser mit Grundstück und Nebengebäuden zu vergleichsweise moderaten Preisen.
Bei einer Besichtigung sollte dem Dach besondere Aufmerksamkeit gelten, da dessen Erneuerung meist den größten Kostenfaktor darstellt. Ebenso wichtig sind Feuchtigkeitsschäden, eine funktionierende Entwässerung sowie die Statik des Gebäudes. Außerdem sollte geprüft werden, ob alle Gebäude und Anbauten ordnungsgemäß im Grundbuch und Kataster erfasst sind.
Die für Galicien typischen Außenmauern aus Granit sind dagegen oft erstaunlich langlebig. Ist die Bausubstanz insgesamt gut erhalten, lassen sich viele dieser Häuser mit einer sorgfältigen Sanierung wieder langfristig nutzen.


10. Portugal gilt als beliebtes Auswanderungsziel. Wie steht Galicien im Vergleich da und was spricht für die Region?
Portugal hat insbesondere bei amerikanischen Käufern stark an Popularität gewonnen, mittlerweile ist der Trend jedoch etwas abgeflacht. Vor allem an der Algarve sind die Immobilienpreise deutlich gestiegen, gleichzeitig hat der Tourismus viele Regionen spürbar verändert.
Der Preis ist für viele Käufer jedoch nicht der einzige Grund, sich für Galicien zu entscheiden. Viele suchen bewusst eine Region, die ruhiger ist und ihren ursprünglichen Charakter bewahrt hat.
Südgalicien, insbesondere die Rías Baixas, bietet klimatische Bedingungen, die mit Nordportugal vergleichbar sind. Die tief eingeschnittenen Meeresbuchten sorgen für ein geschütztes Mikroklima, und auch im Sommer bleiben die Temperaturen meist angenehmer als in vielen Regionen Südportugals.
Dazu kommen eine eigenständige Küche, ein ruhiger Alltag und eine lebendige Kulturlandschaft. Für viele spielt auch die Sprache eine Rolle. Spanisch wird weltweit gesprochen und erleichtert vielen Zugewanderten den Einstieg.
Und wer weiterhin gerne nach Portugal fährt, hat es nicht weit. Südgalicien und Nordportugal liegen direkt nebeneinander und lassen sich im Alltag problemlos verbinden. Diese Nähe zu beiden Kulturräumen ist für viele ein zusätzlicher Vorteil.

11. Wie entwickelt sich der Immobilienmarkt in Galicien und wo sehen Sie die Region in zehn Jahren – insbesondere mit Blick auf Preise und Käufergruppen?
Galicien wächst langsam, aber stetig. Besonders in den Küstenregionen und größeren Städten hat sich die Nachfrage nach Wohnimmobilien und Mietobjekten verstärkt, was sich bereits auf die Preise auswirkt.
Neben den klassischen Lagen am Meer haben sich Steinhäuser im Budgetsegment im ländlichen Raum zu einem stark nachgefragten Marktsegment entwickelt. Käufer suchen Ruhe und Natur, möchten aber nicht vollständig abgeschieden leben und achten daher auf die Erreichbarkeit von Städten, Flughäfen und der Küste.
Diese Entwicklung kann für viele ländliche Gemeinden eine Chance sein. Die Restaurierung traditioneller Gebäude schafft Arbeit für lokale Handwerksbetriebe und bringt neue Bewohner in Orte, die in den vergangenen Jahrzehnten Einwohner verloren haben.
Wie stark sich diese Entwicklung fortsetzt, hängt auch davon ab, wie die Region mit dem wachsenden Interesse umgeht. Wichtig ist, dass Galicien seinen eigenen Charakter bewahrt und nicht die Entwicklung anderer touristischer Regionen wiederholt. Viele Menschen, die hierher ziehen, schätzen gerade diese Ursprünglichkeit. Welche Folgen eine starke Veränderung haben kann, lässt sich in Teilen Südspaniens beobachten.
Ich gehe davon aus, dass Galicien auch in den kommenden Jahren Käufer aus verschiedenen Ländern anziehen wird. Besonders Menschen aus Nordeuropa und Nordamerika interessieren sich für die Landschaft, die Lebensqualität und die noch vergleichsweise authentischen Strukturen der Region.

12. Sie haben diesen Schritt selbst vor vielen Jahren gewagt. Was sollten Menschen wissen, die heute über ein Leben in Galicien nachdenken?
Wenn ich auf meine eigene Erfahrung zurückblicke, würde ich vor allem empfehlen, die Region vor einem endgültigen Schritt ausgiebig kennenzulernen. Das ist heute deutlich einfacher als zu meiner Anfangszeit, da online viele Informationen zu den verschiedenen Landstrichen, Schulen, dem Klima und der Infrastruktur verfügbar sind.
Wer noch unsicher ist, sollte zunächst mieten statt kaufen. So lässt sich der Alltag vor Ort erleben und man bekommt ein Gefühl dafür, ob der Ort und die Lebensweise langfristig passen.
Ein Umzug ins Ausland braucht außerdem Flexibilität. Die Sprache zu lernen ist ein wichtiger Schritt, um sich im Alltag zurechtzufinden und Kontakte aufzubauen. Auch praktische Fragen wie Aufenthaltsrecht, Führerschein oder steuerliche Themen sollten frühzeitig geklärt werden.
Am wichtigsten ist jedoch, sich auf die neue Umgebung einzulassen. Wer den Kontakt zu den Menschen vor Ort sucht und die lokale Kultur kennenlernt, findet meist schneller seinen Platz in der Gemeinschaft.
Ich empfehle außerdem, von Anfang an professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Eine erfahrene Begleitung hilft dabei, die vielen organisatorischen Themen rund um Auswanderung und Immobilienkauf strukturiert zu bewältigen und typische Fehler zu vermeiden.

