Herrenhäuser in Oberschlesien: Rittergut Norok vor der Sanierung
Das Herrenhaus in Narok (Pałac w Naroku; Rittergut Norock, Kreis Falkenberg, heute Woiwodschaft Oppeln) wurde 1869 für den preußischen Gutsbesitzer Friedrich von Wichelhaus an der Stelle eines älteren Vorgängerbaus errichtet. Es zählt zu den markantesten Landsitzen des historischen Oberschlesiens und zeigt den gegen Ende des 19. Jahrhunderts verbreiteten neogotischen Stil mit byzantinisch inspirierten Motiven.
Neben typisch neugotischen Elementen wie umlaufenden Zinnen und Fialen ist der orientalische Einfluss insbesondere links vom Turm ablesbar: ein Balkon mit zentralem Kielbogen, flankiert von schlanken Säulen und ornamentalen Anklängen im maurischen Stil.
Nach 1945 diente es Wohn- und Betriebszwecken der staatlichen Landwirtschaftsgenossenschaft (PGR) und stand nach der politischen Wende Jahrzehnte ungenutzt in einem maroden Zustand.
Heute präsentiert sich das Herrenhaus in Narok nach denkmalgerechter Rekonstruktion mit wiederhergestellter Fassade, die die orientalischen Details wieder sichtbar macht. Der revitalisierte zwei Hektar grosse Landschaftspark gibt der Anlage einen Teil ihrer ursprünglichen Ensemblewirkung zurück.
Orientalisierende Architektur in Polen
Orientalisierende Architektur wurde in Polen vor allem in Innenräumen aufgegriffen – bei grösseren und bedeutenden Adelssitzen häufig in Form eines „orientalischen Zimmers" oder „maurischen Salons". An Fassaden blieb der Orientalismus selten und zeigte sich, wo er auftrat, in vergleichsweise zurückhaltender Ausprägung.
Ein regional prominentes Beispiel findet sich in Osiek in Kleinpolen. Das dortige Schloss Pałac w Osieku mit seinen filigran verzierten Innenräumen gilt als der prägnanteste Vertreter orientalisierender Architektur im Land.











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